Projekt

Die zunehmende Diversität unserer Gesellschaft spiegelt sich besonders in der Zusammensetzung der Schüler*innen in den Klassenzimmern wider. Doch auch im urbanen Raum treffen die unterschiedlichen Kulturen und Glaubensrichtungen der Kinder und Jugendlichen aufeinander. Die Religion ihrer Mitmenschen können sie besonders auch über die jeweiligen Glaubensorte kennenlernen, sei es nun eine Synagoge, eine Moschee, eine christliche Kirche, ein hinduistischer oder buddhistischer Tempel, etc. Das Projekt „GoAIX – Glaubensorte Aachens erkunden“ setzt hier an, in dem Schülergruppen unter Anleitung von Lehramtsstudierenden der Fächer Geschichte, katholische Religionslehre und Politik die Genese und aktuelle Situation des multireligiösen Ensembles in der Region Aachen erforschen.

In einem Lehr-Lern-Labor werden Schüler*innen kompetenzorientiert mit wissenschaftlichen Arbeitstechniken wie Archivarbeit vertraut gemacht, um konkrete Quellen eines religiösen Ortes in Aachen zu analysieren, wie zum Beispiel Zeitungsartikel, Stadtpläne, Briefe, Berichte, etc. Diese Herangehensweise wird durch den Besuch des vorher durch Materialien erschlossenen Glaubensortes in Aachen ergänzt und so die Quellenarbeit mit forschend-entdeckendem und handlungsorientiertem Lernen am historischen Ort verknüpft. Indem sich die Schülerinnen und Schüler mit ihnen wenig vertrauten „Glaubenorten“ beschäftigen, erfahren sie Alterität. Dies fördert wiederum ihr Fremdverstehen, ihre Offenheit und Toleranz gegenüber den Kulturen und Religionen ihrer Mitmenschen.

Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, langfristig Lehramtsstudierende in diese Arbeit mit Schulklassen einzubinden. Im Rahmen eines Seminars, das ab dem SS 2016 bis zum SS 2018 für je 15 bis 20 Studierende angeboten wird, werden Lehramtsstudierenden an außerschulische Lernorte herangeführt und erschließen diese. In einem ersten Schritt erarbeiten sich die Studierenden in Tandem-Teams Quellen zu einem ausgewählten „Glaubensort“ in Aachen und bereiten die Materialien in einem digitalen Wiki auf. In einem zweiten Schritt erhalten sie zudem die Möglichkeit, mit Schülergruppen am Glaubensort in direkte Interaktion zu treten. Dadurch können die erarbeiteten Konzepte praktisch erprobt und somit ein nachhaltiger Kompetenzerwerb sichergestellt werden.

Als Ergebnis des Lehr-Lern-Vorhabens sollen Schülerprodukte wie Fotocollagen, filmische Sequenzen, Biographien von Aachener Persönlichkeiten, Blogeinträge, Artikel für die Schülerzeitung oder ähnliches über den „Glaubensort“ entstehen.

Ein langfristiges Ziel ist es, eine digitale interaktive Karte zu erstellen, die die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler zu den verschiedenen „Heiligen Orten“ in der Städteregion umfasst sowie für Lehrerinnen und Lehrer didaktisches Material zum jeweiligen Ort zur Verfügung stellt. Perspektivisch soll dieses Produkt einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.